Eine lange Zeit weilte der Austropop im Reich der Untoten. Zwanzig Jahre vergingen bis Nino Mandl sich an Wienerlied-Interpreten wie Ludwig Hirsch, André Heller und Wolfgang Ambros erinnerte und im Jahr 2008 das Album „The Ocelot Show“ veröffentlichte. Der Radiosender fm4 nahm schließlich Stücke wie „Du Oasch“ und „Holidays“ in die Rotation auf, nach und nach verfielen auch deutsche Feuilletons dem sympathischen Kaputtnik und der in ihm verankerten Melancholie, seinem Weltschmerz, aber eben auch jenem unverkennbaren Humor, der als Wiener Schmäh bekannt ist. Alles in allem ist das eine Melange, die auch den zeitgenössischen Austropop-Granden innewohnt, die durch die Tür gingen, die erst Nino wieder aufschlug. Marco Wanda lobpreiste Nino einmal in der Fernsehsendung „Aspekte“ – natürlich weiß er, dass es seine Band ohne den Vorreiter nie gegeben hätte.

Häufig singt Nino im Dialekt, und auch thematisch ist die Stadt an der Donau omnipräsent. Auf dem Stück „Deine Boheme“ beispielsweise besingt er die Wiener Kaffeehauskultur, den Dichter Thomas Frechberger und den Rausch, der es dem Strizzi freilich angetan hat. „Wenn die Gitarre Tränen trinkt, sind meine Hände Messer“ heißt es hingegen im Refrain von „Nur ein trauriges Lied“. Ein Grund von vielen, warum wir das Berlin-Konzert vom Nino aus Wien am 27. Februar im Lido jedem ans Herz legen möchten. Die Liedermacherin Sigrid Horn eröffnet den Abend, unsere Wenigkeiten werden schon vor dem Konzert im Lido auflegen und danach gegenüber im Mysliwska die Aftershowparty beschallen.

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